Branchenreport: Arbeiten in der Automobilindustrie
Überblick
Die deutsche Automobilindustrie ist international ausgerichtet: Rund 60 Prozent ihres Umsatzes erwirtschaften die deutschen Autobauer und -zulieferer inzwischen im Ausland.
Zweistelliges Wachstum erhoffen sich die Unternehmen vor allem von den aufstrebenden asiatischen Märkten, in denen sie auch zunehmend mit eigenen Produktions- und Entwicklungsstätten vertreten sind. Ebenfalls positiv entwickelte sich im Jahr 2004 der Nutzfahrzeugbereich, weshalb man in der Branche vom „Brummi-Jahr“ spricht.
Wichtiger Arbeitsmarkt
Die Automobilindustrie beeinflusst als Schlüsselbranche die gesamte deutsche Volkswirtschaft. Neben den Autoherstellern gehört auch die Zulieferindustrie, die inzwischen für mehr als 40 Prozent der Arbeitsplätze steht, zur Branche. Die Zahl der Beschäftigten in der Automobilbranche ist in den vergangenen zehn Jahren kontinuierlich gestiegen. Erst in den vergangenen zwei Jahren hat sie sich auf rund 770.000 Arbeitnehmer eingependelt.
Starke Zuliefererindustrie
Immer mehr Aufgaben aus Forschung und Entwicklung geben die Automobilhersteller an ihre Zulieferer ab. Der Anteil lag im Jahr 2000 bei geschätzten 60 Prozent und dürfte bis 2010 weiter auf 80 Prozent steigen. Nur Kernkompetenzen – etwa die Motorentwicklung – verbleiben bei Forschung und Entwicklung auch langfristig beim Automobilhersteller.
Durch die wachsende Bedeutung von Elektronik und Informationstechnik für das Auto wird der Bedarf an Fachleuten aus diesen Bereichen weiter steigen, vor allem auch bei Arbeitgebern aus der Zulieferindustrie.
Anforderungen
140.000 Ingenieure arbeiten derzeit in der Branche. Der größte Bedarf besteht an Maschinenbau-Ingenieuren (mit Schwerpunkt Fahrzeugtechnik), gefolgt von Elektro-Ingenieuren und Informatikern. Auch Wirtschaftsingenieure und Mechatroniker sind gefragt.
Industriepraktika – idealerweise in der Automobilbranche – sind für Bewerber technischer Fachrichtungen neben guten Studienleistungen ein Muss. Team- und Kommunikationsfähigkeit, analytisches Denken und eigenverantwortliches Handeln sowie Englischkenntnisse setzen die Arbeitgeber ebenfalls voraus. Will man über ein international angelegtes Traineeprogramm einsteigen, ist Auslandserfahrung meistens Pflicht. Weitere hilfreiche Qualifikationen sind Erfahrungen im Kundenkontakt und weitere Fremdsprachen neben Englisch. Grundkenntnisse in Chinesisch sind dabei für Autobauer wegen der derzeitigen Erschließung dieses großen Automarkts besonders interessant. Von neuen Mitarbeitern erwarten die Firmen, dass sie sehr schnell eigenverantwortlich und selbstständig in ihrem Bereich arbeiten.
Anforderungen
Arbeitsbereiche
In Forschung und Entwicklung reicht die Spanne der Aufgaben von der Elektronik bis zum Design; in der Produktion erstrecken sich die Tätigkeitsbereiche auf Anlagen- und Werkzeugbau, Fahrzeugsysteme und Logistik. Die Qualitätssicherung ist ein kleinerer, aber wichtiger Bereich.
Die Automobilbranche ist in vielen Unternehmensbereichen inzwischen weltweit aufgestellt, von Forschung und Entwicklung über Produktion und Vertrieb bis zum Marketing. Wer in Projekten arbeitet, hat also oft internationale Kontakte. Besonders bei den großen Automobilkonzernen und -zulieferern macht sich das auch dadurch bemerkbar, dass die Unternehmenssprachen offiziell Deutsch und Englisch sind. Das Arbeiten in internationalen Projektteams ist bereits heute in der Branche weit verbreitet und wird noch zunehmen – vor allem auch mit Kollegen im asiatischen Raum.
Karrierechancen
Die Karriereperspektiven in der Automobilbranche sind gut, auch wegen der Größe der Unternehmen. Wer die Karriereleiter nach oben möchte, muss sich bei internen Bewerbungen auf ausführliche Eignungstests einstellen. Durch den steigenden Software- und Elektronikanteil in den Fahrzeugen und dem daraus resultierenden Bedarf an Nachwuchskräften, sind die Chancen für eine Fachkarriere in diesen Bereichen gut.
Gehalt
Die Personalmarkt Services GmbH gibt für Absolventen mit bis zu zwei Jahren Berufserfahrung ein durchschnittliches Jahresgehalt von 43.493 Euro an.
Zusatzleistungen zum Gehalt variieren von Unternehmen zu Unternehmen. Dabei handelt es sich um tarifliche und außertarifliche Erschwernis- oder Sozialleistungen. Ähnliche Schwankungen weisen betriebliche Sonderzahlungen wie Weihnachts- und Urlaubsgeld, Beiträge zur betrieblichen Altersvorsorge oder vermögenswirksame Leistungen auf.
Auch die Größe des Unternehmens spielt eine Rolle. Großunternehmen sind in der Regel durch Tarifverträge gebunden. Dennoch können die Gehälter regional variieren.
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