Studium Bauingenieur
Das Studium Bauingenieur oder Bauingenieurwesen ist ein klassischer Ingenieurstudiengang mit einer Regelstudienzeit von acht bis zehn Semestern. Unterteilt wird er in die Fächer Ingenieurbau, Holzbau, Stahlbau und Wasserwirtschaft.
Das Grundstudium ist vor allem mathematisch-naturwissenschaftlich orientiert. Im Gegensatz zu Fachhochschulen spezialisieren sich Uni-Studenten im Hauptstudium auf die Schwerpunkte Konstruktiver Ingenieurbau, Allgemeiner Ingenieurbau, Verkehrswesen, Wasserwirtschaft, Geotechnik, Umwelttechnik, Projektmanagement, Baubetriebswirtschaft oder Verkehrsplanung. Durch den immer wichtigeren Einsatz von Computern ist die Bauinformatik als neues Spezialgebiet zum Bauingenieurwesen hinzugekommen.
Üblicherweise ist Bauingenieurwesen ein Diplomstudiengang, allerdings kann man die Disziplin auch als Nebenfach mit Magister abschließen oder nach sechs bis sieben Semestern als Bachelor-Studium beenden. An Fachhochschulen dauert das Studium acht Semester und beinhaltet bis zu zwei Praxissemester.
Einsatzbereiche für Absolventen des Konstruktiven Ingenieurbaus sind die Konstruktion und der Bau von Brücken, Türmen, Industrie- und Verwaltungsbauten. Der Städtische Tiefbau befasst sich mit Kanalisation, Wasserversorgung und -reinigung (Kläranlagen). Ein Bauingenieur mit dem Schwerpunkt Städtebau und Verkehr ist später in den Bereichen Straßen, Gleisanlagen, Häfen oder Flughäfen tätig. Der Studienschwerpunkt Wasserwirtschaft bereitet auf Arbeitsplätze bei Wasserkraftanlagen, in der Wasserversorgung und Abwasserreinigung, bei Flussbauten, Talsperren oder im Deichbau vor.
Besonders wichtig für die Berufslaufbahn sind CAD-Kenntnisse (Computer Aided Design). Denn Zeichnungen von Hand werden kaum mehr gemacht. Zudem bekommen Fremdsprachenkenntnisse, insbesondere Englisch, Französisch und Spanisch, einen immer höheren Stellenwert. Wer eine Baustelle leiten oder Bauausführungen überprüfen will, übernimmt neben den technisch-konstruktiven auch organisatorische Aufgaben und sollte betriebswirtschaftliche oder baurechtliche Kenntnisse sowie Personalführungsqualitäten mitbringen.
Weitere Einsatzgebiete sind beispielsweise Forschung und Entwicklung, der technische Vertrieb oder eine Tätigkeit als Risiko-Manager, der die technischen und vertraglichen Risiken bei den Ausschreibungsunterlagen überprüft.
Die beruflichen Aussichten für den Bauingenieur sind sehr stark an die Baukonjunktur gebunden. Daher ist in der momentan schlechten Lage auch die Nachfrage an Bauingenieuren zurück gegangen. 2003 wurden nur noch halb so viele Bauingeniere gesucht wie im Vorjahr. Allerdings ist auch die Zahl der Studienanfänger in diesem Bereich gesunken. Daher gehen Experten davon aus, dass in einigen Jahren ein regelrechter Mangel an jungen ausgebildeten Bauingenieuren herrschen wird. Die Bauindustrie ist eine der bedeutendsten Industriezweige in Deutschland. Allerdings kämpft die Branche seit Jahren mit Umsatzeinbrüchen. Die Gesamtbauleistung für das Jahr 2001 lag noch bei über 256 Mrd. Euro, 2003 ging der Umsatz auf 206 Mrd. Euro zurück. Besonders schwer wiege der Volumenrückgang im Wohnungsbau. Insgesamt fürchten die Experten den weiteren Abbau von Arbeitsplätzen und die Konkurrenz aus Osteuropa. Nach Meinung von Experten zeichnet sich für dieses Jahr eine allmähliche Besserung ab.
Bei Stellenausschreibungen werden bevorzugt Allround-Talente gesucht, daher sollten sich Studenten nicht allzu sehr auf einen Fachbereich einschränken, sondern sich durch Kurse, Auslandsaufenthalte oder Seminare möglichst umfassend weiterbilden. Alles in allem ist die derzeitige Berufsaussicht für den Bauingenieur zwar nicht überragend gut, aber der Baubedarf ist nach Expertenmeinung nicht gesättigt.
Architektur/Städtebau
Seit Jahren gehört Architektur zu den beliebtesten Studienfächern. Architekten sind zuständig für die gestaltende, technische und wirtschaftliche Planung von Bauwerken. Dazu zählen Wohnhäuser, öffentliche Gebäude, Industriebauten oder städtebauliche Anlagen. Immer wichtiger werden dabei ökologische Aspekte und Altbausanierungen.
Die Mischung aus technischen und künstlerischen Aspekten kommt schon im Studium zur Geltung: Von Grundlagen der Baukonstruktion über Gebäudelehre, EDV/CAD, Baukostenplanung, Bau- und Kunstgeschichte bis zu Verkehrswesen und Rechtswissenschaft. Das Studium dauert an Universitäten mindestens zehn, meistens aber 13 Semester und wird mit Diplom abgeschlossen. An Fachhochschulen beträgt die Regelstudienzeit acht Semester. Bei deutschen Architekten liegt das Berufseintrittsalter bei rund 30 Jahren.
Die meisten Architekten arbeiten angestellt oder freiberuflich in Architektenbüros. Die Tendenz geht allerdings zum freiberuflichen Architekten, der von Projekt zu Projekt neu beauftragt wird. Daher ist die Zahl der in der Zwischenzeit arbeitslos gemeldeten Architekten auch relativ hoch. Durch die lahmende Baukonjunktur werden sich die beruflichen Zukunftsaussichten kurzfristig nicht verbessern.
Weitere Beschäftigungsmöglichkeiten sind Baugesellschaften, in denen Architekten die Kosten kalkulieren und die Bauausführung überwachen.
Den Studiengang Städtebau kann man entweder als Studienschwerpunkt innerhalb der Disziplinen Architektur, Raumplanung oder Bauingenieurwesen studieren oder als eigenständiges Studium der Stadtplanung mit Schwerpunkt Städtebau. Ingenieure des Städtebaus sind für die Lenkung der baulichen und räumlichen Entwicklung im Regionalbereich zuständig.
Bauningenieurwesen/Ingenieurbau
Einer der klassischen Ingenieurstudiengänge ist das Bauingenieurwesen. Bauingenieure werden in Bauunternehmen und Bauträgergesellschaften sowie Bauverwaltungen der Kommunen, Bezirke, Länder und des Bundes beschäftigt. Weitere Einsatzgebiete sind Ingenieur-, Beratungs- und Planungsbüros. Große Auftraggeber für den Bauingenieur sind beispielsweise die Deutsche Bahn AG und die Deutsche Post AG. Der Bauingenieur ist für die Planung, die statische Berechnung und Ausführung von Ingenieurbauten des Hoch- und Tiefbaus zuständig. Dazu zählen die Arbeitsgebiete Städtischer Tiefbau, Städtebau und Verkehr, Wasserbau und Wasserwirtschaft sowie konstruktiver Ingenieurbau. Allerdings überschneiden sich in vielen Bereichen, insbesondere auf Baustellen, die Aufgaben von Architekt und Bauingenieur.
Im Grundstudium beschäftigen sich die Studenten mit mathematisch-naturwissenschaftlichen Grundlagen. Dazu kommen Fächer wie Stahlbetonbau, Holzbau, Ingenieurgeologie, Vermessungskunde, allgemeine Maschinenkunde und Angewandte Informatik. Im Hauptstudium liegen die Schwerpunkte im Konstruktiven Ingenieurbau, im Verkehrswesen, in der Wasserwirtschaft und Geotechnik, im Projektmanagement und in der Verkehrsplanung.
Auch wenn der Baukonjunktur zurzeit der Schwung fehlt, gehen Prognosen davon aus, dass die Berufsaussichten für den Bauingenieur besser werden und in einigen Jahren Mangel an jungen Bauingenieuren herrscht. Denn immer weniger Studenten steigen in dieses Fach ein.
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