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Studium Maschinenbau

Der Maschinenbau und Anlagenbau ist Deutschlands größte Industriebranche. Er beschäftigt sich nicht nur mit Robotern oder Automaten. Auch Flugzeuge und Fahrzeuge gehören dazu, ebenso Erzeugnisse der Verfahrens-, Versorgungs- und Feinwerktechnik.

Die wichtigsten Hochschulfächer sind Maschinenbau, Informatik, Elektro- und Informationstechnik sowie Wirtschaftsingenieurwesen. Interesse an Maschinen allein genügt nicht für die Ausbildung zum Spezialisten. Eine mathematisch-naturwissenschaftliche Begabung und ein Grundverständnis für technische Vorgänge müssen vorhanden sein. Insbesondere ein gutes räumlich-konstruktives Vorstellungsvermögen ist notwendig. Weiterhin werden Kommunikations- und Teamfähigkeit, Führungsfähigkeit und zunehmend Sprach- sowie Kulturenkenntnisse verlangt. Verhandlungssicheres Englisch beispielsweise wird in der exportorientierten Branche häufig erwartet.

Maschinenbauer sind die begehrtesten Absolventen unter den Ingenieuren. Das Studium erfordert Durchhaltevermögen. An Universitäten studiert man fünf bis sechs Jahre, an Technischen Hochschulen und Fachhochschulen vier bis fünf Jahre. An Berufsakademien dauert die Ausbildung drei Jahre. Praxis- und Theoriesemester wechseln sich hier vierteljährlich ab. Jeder BA-Student erhält eine monatliche Vergütung von seinem Ausbildungsbetrieb. Zusätzlich zu den Diplom-Studiengängen etabliert sich die kürzere Ausbildung zum Bachelor und Master.

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Für den Maschinenbau selbst haben sich seit dem Studienjahr 1999/2000 immer mehr Studienanfänger entschieden. Die Zahlen der Absolventen werden folglich leicht zunehmen, aber erst im Jahr 2004 das Niveau des Jahres 2000 mit 34.000 Abgängern übertreffen.
Die Zahl der Studien-Abbrecher ist hoch. An einzelnen Hochschulen schafft es jeder zweite nicht bis zum Examen. Aus diesem Grund hat beispielsweise der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) ein Tutorenprogramm zur Unterstützung der Erstsemester entwickelt.

Firmen suchen zunehmend nach Ingenieurinnen und der Anteil der weiblichen Studenten in den ingenieurwissenschaftlichen Fächern steigt langsam. Dennoch sind es im Maschinenbau erst sieben Prozent.

Gefragt sind Absolventen in der Automobilindustrie, bei Zulieferern, im Anlagen- und Sondermaschinenbau, in der Forschung und der Elektroindustrie. Der Schwerpunkt der Aufgaben liegt in Entwicklung und Konstruktion, Fertigung, Verfahrens- und Versorgungstechnik sowie im Vertrieb.

Die beruflichen Chancen für Absolventen sehen in den nächsten Jahren gut aus. Unternehmen suchen jedoch mit sehr spezifischen Anforderungen und stellen nur die exakt passenden Bewerber ein.

Einstiegsjahresgehälter liegen zwischen 34.000 und 46.000 Euro, wobei Uni-Absolventen mehr verdienen als FH-Studenten. Ein zügig erworbener Doktortitel oder MBA kann außerdem zusätzliches Gehaltsplus von 2.500 bis 15.000 Euro bringen. In der Privatwirtschaft bezahlen größere Unternehmen eher besser und bieten häufig Extras wie außertarifliche Leistungen, Erschwernis-, Montage- oder Sozialzulagen (13. Monatsgehalt, Urlaubsgeld, Beiträge zur betrieblichen Altersvorsorge oder vermögenswirksame Leistungen).

Überall, wo Anlagen und Maschinen entwickelt, gebaut oder betrieben werden, sind Maschinenbauingenieure gefragt. Tätigkeiten in Erprobung, Produktionsplanung und -überwachung, Arbeitsvorbereitung sowie in Qualitätssicherung und Service sind vorherrschend.

Der Markt für Ingenieure und Facharbeiter ist leer gefegt. Bis 2010 gibt es Bedarf an 47.000 Ingenieuren, davon 31.000 der Fachrichtung Maschinenbau/ Verfahrenstechnik.

Energietechnik (ohne Elektrotechnik)
Hauptaufgabe der Energie- und Umwelttechnik ist die Verbesserung der Prozesse. Effiziente und umweltschonende Technologien werden entwickelt und regenerative Energien müssen zunehmend nutzbar gemacht werden.

Deutschland gehört im Bereich der Energietechnik zur Weltspitze. Bei den regenerativen Energien liegt Deutschland sogar ganz vorn.

Die Regelstudienzeit an der Universität beträgt neun Semester einschließlich sechs Monaten für die Diplomarbeit. Die durchschnittliche Studiendauer ist jedoch etwa drei Semester länger. An Fachhochschulen dauert das Studium etwa sieben Semester. Wer einen Abschluss als Bachelor und Master anstrebt, studiert in der Regel sechs bis acht Semester.

Die Berufsaussichten sind ausgezeichnet. Schon heute besteht die deutsche Energieversorgung aus 4 % regenerativen Energien, vor allem Windkraft. Bis 2020 sollen 12 % erreicht werden. Daher ist beispielsweise die Kraftwerkstechnik ein sehr zukunftsträchtiger Bereich. Für Berufseinsteiger günstig: Die Zahl der Absolventen wird in den nächsten Jahren niedrig bleiben, während die Zahl offener Stellen deutlich zunehmen wird. Arbeitgeber können Hersteller von Anlagen, Energielieferanten und Heizungshersteller oder Lieferanten von Windkraftanlagen sowie Überwachungsbehörden sein.

Chemie- und Verfahrenstechnik
Produktionsverfahren lassen sich mit Hilfe der chemischen Technik in Einzelschritte zerlegen, die - unabhängig vom Stoff und Herstellungsprozess - nach gleichen Gesetzmäßigkeiten durchgeführt werden. Als Prozess wird Bier ebenso wie Benzin mit chemischen oder biologischen Umwandlungsverfahren erzeugt.

Die Zahl der Absolventen ist seit dem Rekordjahr 1996 (22.300 Absolventen) auf 13.500 im Studienjahr 2002/2003 gesunken. Sie liegt weit unter dem Zugang der von den Arbeitsämtern gemeldeten freien Stellen - damit erhöhen sich die Berufschancen beträchtlich. Vielfach werden Chemieingenieure von Hochschulen und in der pharmazeutisch-chemischen Industrie gesucht. Chemieingenieure werden zum Beispiel als Laborleiter, Entwickler von Arznei, Kosmetika und Reinigungsmitteln oder im Vertrieb gesucht. Verfahrenstechniker werden für die Luft- und Wasserreinhaltung, die Brennstoffzellentechnik oder die Klimatisierung von Autos benötigt. Auch in der chemischen und pharmazeutischen Industrie, der Papier-, Textil- und Nahrungsmittelbranche werden sie gesucht. Das Einstiegsgehalt liegt bei 3.800 Euro.

Seit Wintersemester 2003/2004 bietet die Fachhochschule Nürnberg im neu eingerichteten Studiengang Prozessinformatik eine Ausbildung an, die eine Mischung aus Verfahrenstechnik-Ingenieur und Automatisierungstechniker ist.

Feinwerktechnik
DVD-Player, Handy und Uhr gehören zur Liste der feinwerktechnischen Produkte. Die Komplexität der Erzeugnisse hat stark zugenommen. Mechanik, Optik und Elektronik durchdringen sich.

Die Erzeugung, das Versenden, die Speicherung oder Umwandlung von optischen, akustischen oder pneumatischen Signalen stehen im Zentrum. Wichtig sind die Genauigkeit und Übertragungssicherheit.

Produkte der Feinwerk-, Mikro- oder Nanotechnik zeichnen sich durch ihre immer geringer werdenden Abmessungen aus. Der Umfang der Leistungen wird dabei ständig weiter entwickelt. Hinzu kommen spezifische Werkstoffe und Fertigungsmethoden.

Die Produkte werden in Geräten der Bürotechnik, für die Datenverarbeitung sowie bei der Mess-, Steuerungs- und Regeltechnik eingesetzt. Auch in der Medizin und bei Haushaltsgeräten haben sie rasanten Einzug gefunden. Häufig wird mit Informatikern, Ingenieuren, Physikern und Chemikern gemeinsam an Projekten gearbeitet.

Studieren kann man an Universitäten (Dauer: zehn Semester), Fachhochschulen (Dauer: acht Semester) und Berufsakademien (Dauer: sechs Semester). Außerdem bieten manche Hochschulen die Ausbildung zum immer stärker gefragten und auch international anerkannten Bachelor an. Tätigkeitsfelder öffnen sich in Forschungs- und Entwicklungslabors sowie Konstruktionsbüros, aber auch unmittelbar in der Produktion beispielsweise für Geräte der Büro-, Informations-, Datenverarbeitungs-, Sensor-, Medizin- und Montagetechnik.

Ingenieure der Feinwerktechnik sind in der Entwicklung, Konstruktion und Fertigung bis zum Vertrieb und Service beschäftigt.

Produktionstechnik (Fertigungstechnik)
Ziel des Produktionstechnikers ist es, Automatisierungs- und Rationalisierungspotenziale aufzuzeigen, um mit kostengünstigen und umweltfreundlichen Produktionsabläufen die Produkte eines Unternehmens zu verbessern und dessen internationale Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Beispielsweise geht es um Einsparung von Kraftstoff und Steigerung der Sicherheit von Autos. Das kann durch Verringerung des Karosseriegewichts oder Verbesserung des Crash-Verhaltens erreicht werden. Die Fertigungstechnik ist eine Unterdisziplin der Produktionstechnik. Hinzu kommt die Produktionsorganisation.

Die Regelstudienzeit beträgt an der Universität neun bis zehn Semester, an der Fachhochschule sieben bis acht und bei Bachelor-Abschluss sechs bis sieben Semester. An Berufsakademien dauert die Ausbildung drei Jahre.

Der eigentliche Vorgang der Produktion und seine Kontrolle rücken ins Zentrum der Aufgaben. Herstelldauer, Lieferbereitschaft und Qualität sind neben dem Preis die entscheidenden Faktoren. Das Ziel ist es, die optimale Mischung zu finden.

Möglichkeiten bieten sich im Maschinenbau, Kraftfahrzeugbau und der Zulieferindustrie, in der Energieerzeugung, in der feinmechanischen und chemischen sowie pharmazeutischen Industrie, in der Papier- und Textilindustrie und im Nahrungsmittelbereich.

Nach dem Beginn als Sachbearbeiter oder als Projektingenieur folgt häufig die Leitung eines Produktionsteams. Oberste Stufe der Karriereleiter ist nach der technischen Leitung die Geschäftsführung im Bereich Technik oder Logistik.
 

Autor: Georg Dlugosch

Mehr zum Thema Bewerbung und Berufsstart finden Sie bei hobsons.

 
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