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Studium Verkehrstechnik

Mit dem Überbegriff Verkehrstechnik fasst der Praxisführer Technik 2003/ 2004 die Studienfächer Fahrzeugtechnik, Luft- und Raumfahrttechnik, Nautik/Seefahrt, Schiffsbau und Verkehrsingenieurwesen zusammen. Fahrzeugtechnik, Luft- und Raumfahrttechnik, Schiffsbau und Verkehrsingenieurwesen sind Diplom-, beziehungsweise Bachelor-Studiengänge.

Viele dieser Disziplinen sind eng mit dem Maschinenbau verbunden, insbesondere die Fahrzeugtechnik oder die Luft- und Raumfahrttechnik. Die Regelstudienzeit dieser Studiengänge liegt bei rund zehn, bei einem Bachelor-Abschluss bei sieben Semestern. Die Berufsaussichten für Ingenieure der Verkehrstechnik sind sehr gut. Durch die immer differenzierteren Steuerungssysteme im Verkehr und in der stabilen Fahrzeugindustrie und der sich ständig weiterentwickelnden Luft- und Raumfahrt ist die Zahl der arbeitslosen Ingenieure seit jeher sehr gering. Zudem ist die Zahl der Absolventen seit Jahren weitgehend konstant.

Der Studiengang Nautik/Seefahrt wird bislang nur an Fachhochschulen gelehrt. Das Besondere daran sind die strengen Zulassungsbeschränkungen. Für den Studiengang Nautik ist eine abgeschlossene Berufsausbildung als Schiffsmechaniker oder als nautischer Offiziersassistent mit einer zwölfmonatigen praktischen Ausbildung notwendig.

Schiffsmechaniker wird man nach einer dreijährigen Ausbildungszeit. Eine weitere Anforderung für Schiffsmechaniker ist die Seediensttauglichkeit, die eine Voraussetzung für die Ausbildung zum Nautischen oder Technischen Wachoffizier oder zum Leiter des Gesamtschiffsbetriebs ist. Der Frauenanteil liegt hier bei nur 6,5 Prozent.

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Für Schiffsbetriebstechnik wird ebenfalls die abgeschlossene Ausbildung zum Schiffsmechaniker vorausgesetzt. Daneben ist eine sechsmonatige Seefahrtszeit im Schiffsmaschinendienst oder eine abgeschlossene Berufsausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf im Bereich der Metall- oder Elektrotechnik und eine einjährige Seefahrtszeit im Maschinendienst notwendig. Eine weitere Alternative ist eine praktische Ausbildung und Seefahrtszeit als technischer Offiziersassistent über die Dauer von 18 Monaten.

Durch die Globalisierung und die neuen Arbeitsbedingungen durch die EU sind heutzutage Fremdsprachen wichtiger denn je. Daher ist es angebracht, schon während des Studiums ein oder zwei Auslandssemester einzulegen. Gerade in den Ingenieurwissenschaften werden Zeit und Prüfungen häufig voll anerkannt, so dass man keinen Zeitverlust im Studium hinnehmen muss. Und im Lebenslauf machen neben den Fremdsprachenkenntnissen Attribute wie aufgeschlossen, flexibel und neugierig einen ausgesprochen guten Eindruck.

Ein guter Zeitpunkt für das Auslandssemester ist die Zeit nach dem Grundstudium. Durch die ersten Universitätssemester hat man bereits genügend Erfahrung, um das Angebot an der anderen Universität einschätzen zu können. Ein weiterer Vorteil: man kann sich in der Auslandszeit weiter über Schwerpunkte für den Hauptstudiengang informieren.

Nautik/Seefahrt
Die Studiengänge Nautik, Schiffsbetriebstechnik und Reedereilogistik, Seeverkehrs- und Hafenwirtschaft werden unter dem Oberbegriff Seefahrt zusammengefasst.

Beim Studiengang der Nautik werden neben seemännischen Fächern auch betriebswirtschaftliche Schwerpunkte gesetzt. Die Studienschwerpunkte sind Mathematik, Grundlagen der Betriebswirtschaft, medizinische Behandlung von Verletzungen, Navigation, Meteorologie, Maritimes Englisch sowie Schiffbau und Schiffstheorie. Nach Studiumsabschluss trägt man den Titel Nautischer Wachoffizier/Kapitän.

Das Studium der Schiffsbetriebstechnik legt die späteren beruflichen Schwerpunkte auf Betrieb, Überwachung und Instandhaltung von Schiffsmaschinenanlagen. Die Studenten lernen Grundlagen der Elektrotechnik, Mess- und Regelungstechnik, Verbrennungskraftmaschinen und Dampfanlagen. Außerdem technischen Schiffsbetrieb und Schiffbau/Sicherheit. Absolventen werden Technische Wachoffiziere/Leiter der Maschinenanlage.

In den Studiengängen Reedereilogistik sowie Seeverkehrs- und Hafenwirtschaft wird Wissen für Tätigkeiten in Reedereien, Speditionen und Hafengesellschaften gelehrt. Wichtige Fächer sind VWL, Reedereibetriebslehre, Hafenwirtschaft, Hafenlogistik und Hafen-Management sowie Fremdsprachen.

Schiffsingenieure finden vor allem Arbeitsplätze in der technischen und seemännischen Führung von Fracht- und Passagierschiffen. Weitere Berufsfelder sind die Bergungsschifffahrt und die Hafen-, Vermessungs- und Forschungsschifffahrt sowie Reedereien.
Nautik/Seefahrt wird an neun Fachhochschulen gelehrt und hat strenge Zulassungsvoraussetzungen.

Schiffsbau/Schiffstechnik
Der Studiengang Schiffstechnik beinhaltet die Projektierung, den Entwurf, die Konstruktion und den Bau von Schiffen und Schiffsausrüstungen. Schiffstechnik splittet sich noch einmal in zwei Unterbereiche: Schiffsbau und Schiffsmaschinenbau. Um die gesamte Palette der Anforderungen abzudecken, reichen die Studienfächer an der Universität von Mathematik über Werkstofftechnik bis zu Grundlagen der Elektrotechnik, von technischer Mathematik über Hydromechanik bis hin zu Maschinenelementen. Im Hauptstudium gibt es weitere Spezialisierungsmöglichkeiten: Schiffsentwurf und Seeverkehr, Theorie des Schiffs, Schiffsbau, Meerestechnik, Schiffsmaschinenbau und Schiffselektronik. An den Fachhochschulen stehen Fertigung, Entwerfen von Schiffen, Schiffshydromechanik, Schiffsmaschinen und elektronische Datenverarbeitung auf dem Lehrplan. Schwerpunkte sind beispielsweise Entwurf oder Konstruktion.

Ingenieure der Schiffstechnik arbeiten hauptsächlich in der Werftindustrie. Dort werden sie als Entwickler, Konstrukteure oder Betriebs- und Fertigungsingenieure eingesetzt.

Weitere Einsatzgebiete sind Firmen für Schiffsausrüstungen, Reedereien sowie Wasser- und Schifffahrtsämter. Schiffstechniker müssen eine große Spannbreite an Wissen abdecken, da beispielsweise U-Boote, Containerschiffe oder Luxuskreuzer jeweils ganz eigenes Spezial-Know-how erfordern. Ziel von Schiffstechnikern ist es, technisch und wirtschaftlich optimale Lösungen zu entwickeln.

Der Diplom-Studiengang dauert an der Universität bis zu zehn Semester, an den Fachhochschulen acht Semester. Schiffstechnik wird an sechs Fachhochschulen aber bislang nur an einer Universität, der Technischen Universität Hamburg-Harburg, unterrichtet.

Verkehrsingenieurwesen
Hinter dem Studiengang Verkehrsingenieurwesen verbergen sich fachübergreifende Schwerpunkte wie Land- und Luftverkehr, Verkehrsplanung, Logistik, Verkehrstelematik sowie Planung und Betrieb elektrischer Verkehrssysteme.

Verkehrsingenieure lernen während des Studiums vorwiegend ingenieurtechnische Kenntnisse zur Planung, Bemessung und Gestaltung komplexer Systeme im Verkehrswesen und der Logistik. Verkehrsingenieurwesen oder Verkehrstechnik wird auch als Aufbaustudiengang zu Maschinenbau angeboten.

Die Berufsaussichten für Verkehrsingenieure sind sehr gut, da das Verkehrswesen immer weiter ausgebaut und optimiert wird. Der nicht endende Prozess berücksichtigt Umwelt- und Wirtschaftsfaktoren sowie Ortsveränderungsprozesse und technische Neuerungen. Elektronische Steuerungs- und Informationssysteme sind mittlerweile Standard, unterliegen aber einer ständigen Weiterentwicklung - also der ideale Arbeitsbereich für Verkehrsingenieure.

Daher finden Verkehrsingenieure Arbeit bei Verkehrsbetrieben, Logistikunternehmen, Eisenbahnen, Post oder Luftverkehrsunternehmen. Zudem bieten sich Arbeitsplätze in Unternehmen aus den Bereichen Beschaffung und Vertrieb von Handelsunternehmen sowie Güterverteilzentren an. Weitere Tätigkeitsfelder öffnen sich in den Planungs-, Projektierungs-, Entwicklungs- und Bildungseinrichtungen des Verkehrswesens. Verkehrsingenieure können auch im technischen Vertrieb und damit an der Schnittstelle zum Kunden arbeiten.

Zurzeit studieren 937 Studenten Verkehrsingenieurwesen. Das Studium dauert in der Regel zehn Semester und wird mit Diplom abgeschlossen.
 

Autorin: Jennifer Bligh

Mehr zum Thema Bewerbung und Berufsstart finden Sie bei hobsons.

 
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