Die Kunst des Geben und Nehmens: Mit Networking Karrieretüren öffnen
Sven K. bahnt sich den Weg durch eine geschäftige Menschenmenge. Er besucht die Hannovermesse und hofft, hier die entscheidenden Kontakte zu knüpfen, die ihm helfen, einen neuen Job zu finden. Auf diesen Tag hat er sich gut vorbereitet: Er fühlt sich wohl in seinem Business-Outfit und hat neben Kurzbewerbungen reichlich Visitenkarten dabei, mit denen er problemlos die ganze Halle versorgen könnte. Im Grunde freut er sich darauf, viele interessante und einflussreiche Menschen zu treffen und hoffentlich auch kennen zu lernen. Aber mitten im Gewühl wird er doch etwas unsicher. Wie soll er auf die Firmenvertreter zugehen und sich vorstellen oder einfach mit anderen Besuchern der Messe ins Gespräch kommen?
Networking - Was ist das überhaupt?
Networking oder auf deutsch Netzwerken ist ein neuer Begriff für die elementarste Grundregel menschlichen Zusammenlebens: Das Leben ist einfacher, wenn man sich gegenseitig unterstützt. Einzelkämpfer haben es dagegen schwer. Im Privatleben spricht man von Freundschaften, in der Arbeitswelt setzt sich das Schlagwort Networking für den Aufbau, die Pflege und Nutzung von Kontakten immer mehr durch. Als angehender Networker ist es unerlässlich, die Regeln erfolgreicher Kommunikation zu beherrschen, zu wissen, wie man sich und seine Fähigkeiten ins rechte Licht rückt und Marketing in eigener Sache betreibt. Allerdings reicht ein lässiger, sympathischer Small Talk zur dauerhaften Teilhabe an bestehenden Netzwerken oder zum Aufbau neuer Kontakte kaum aus. Wie auch der beste Werbespot in einer einmaligen Ausstrahlung keine große Wirkung erzielt, kann man auch auf das Herstellen von Kontakten verzichten, wenn man nicht mit dem nötigen Interesse und der gebotenen Zuverlässigkeit bei der Sache ist.
Ohne Small Talk geht's nicht
Die erste Kontaktaufnahme läuft über den berühmten Small Talk. Dabei sollte man sich nicht unnötig selbst unter Druck setzen und schon gleich im Eröffnungssatz von sich erwarten, überaus intelligent und originell zu sein. Ins Gespräch einsteigen kann man zum Beispiel mit einer Bemerkung über den äußeren Rahmen wie "Ist es nicht großartig zu sehen, wieviele innovative Ideen auf dieser Messe vorgestellt werden?" Viel länger als fünf Minuten muss diese erste Begegnung gar nicht dauern. Wichtig ist, dem Gegenüber genügend Raum zu überlassen, um sich darzustellen und selbst sympathisch rüberzukommen. Nach einem gelungenen Gespräch lohnt es sich in jedem Fall, Visitenkarten auszutauschen. Allerdings sollte man damit auch sorgfältig umgehen, sich die Person und den Namen gut einprägen und vielleicht auch ein paar Notizen hinzufügen. Auf diese Weise hat man gleich einen leichteren Anknüpfungspunkt und kann das Gespräch bei einem Wiedersehen mühelos fortsetzen.
So wird's gemacht
Egal, ob es wie bei Sven K. darum geht, einen Fuß in die Tür eines Unternehmens zu bekommen, als Geschäftspartner, neue Kontakte mit möglichen Kooperationspartnern zu knüpfen oder sein eigenes persönliches Netzwerk aufzubauen - wer erfolgreich networken will, sollte sich zuvor eine Strategie überlegen. Wo und bei welchen Anlässen trifft man Menschen, die vergleichbare Interessen, berufliche Schwerpunkte und Ziele verfolgen? Welche Verbände und Organisationen oder auch Sportvereine gibt es, in die man sinnvoller Weise eintreten könnte? Gerade für Ingenieure gibt es außerdem eine Reihe von Fachvorträgen, Seminaren und Tagungen, die eine hervorragende Gelegenheiten bieten, interessante Menschen kennen zu lernen.
Die Kunst des Geben und Nehmens
Als engagierter Networker kennt man schließlich eine ganze Menge Leute, die einem in der ein oder anderen Situation behilflich sein könnten. Ungeschickt ist es jedoch, sich nur dann wieder in Erinnerung zu rufen, wenn man gerade einen entscheidenden Tipp oder wiederum die Herstellung eines weiteren Kontaktes braucht. Networking ist im Wesentlichen ein Geben und Nehmen und funktioniert nur, wenn das Netzwerk gut gepflegt wird. Zum Beispiel beweist man Interesse an dem anderen, wenn man in Fachzeitschriften oder in der aktuellen Tagespresse Artikel entdeckt, die für die Mitglieder des eigenen Netzwerkes interessant sind. Durch das Weiterleiten dieser Informationen zeigt man nicht nur, dass man für die anderen mitdenkt, sondern signalisiert auch Interesse an einer Fachdiskussion. Kommt man selbst in den Genuss, auf diese Weise von anderen zu profitieren, sollte man es auf keinen Fall versäumen, sich mit einem Feedback zu bedanken.
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