7.000 offene Ingenieurstellen im Maschinenbau
Die Mitglieder des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) klagen darüber, dass sie Tausende offener Positionen für Ingenieure nicht besetzen können. Dabei sind die Gründe für die Nicht-Besetzung vielfältig.
Gut 70 Prozent der befragten Unternehmen konnten ihre Stellen aus Mangel an Bewerbern nicht besetzen, bei 39 Prozent fehlen den Bewerbern wichtige Fachkenntnisse und knapp 1/3 der Firmen suchen Bewerber mit mehr Berufserfahrung. Aber auch überzogene Gehaltsvorstellungen bemängeln 27 Prozent der Unternehmen. Kein Wunder also, dass nach billigeren Personalressourcen gesucht und die Ingenieurkapazitäten ins Ausland verlegt werden, was bereits 11 Prozent der Unternehmen praktizieren. Auch die mangelnde Mobilität vieler Bewerber wird häufig beklagt. Heißt es also lieber arbeitslos daheim als mit Job an anderem Ort?
Qualität der Ausbildung verbessern
Auf eine solch einfache Formel lässt sich die Misere wohl nicht zusammen fassen. Vielmehr beginnt die Bereitstellung von Arbeitskräften bereits mit der Qualität der Ausbildung. Wenn Hochschulen gezielt und praxisnah ausbilden und Ingenieur-Studiengänge für junge Menschen attraktiv sind, dann kann dem sich zuspitzenden Ingenieurmangel frühzeitig begnegnet werden. Für die Ausbildung wünschen sich die Mitgliedsunternehmen des Verbandes neben mehr Praxisnähe auch die Modernisierung der Forschungseinrichtungen sowie bessere Vermittlung von Grundlagenwissen, wie bspw. betriebswirtschaftlicher Basiskenntnisse. Im Rahmen der Globalisierung wird es außerdem immer wichtiger nicht nur englisch als Fremdsprache zu vermitteln, sondern auch die Angebote in Russisch, Chinesisch oder Spanisch auszuweiten.
Leiharbeit als Zwischenlösung
In der Zwischenzeit behelfen sich 40 Prozent der Unternehmen mit der gezielten Weiterbildung von Facharbeitern und Technikern. Ebenso vielen Firmen bleibt allerdings derzeit nichts anderes übrig als Unteraufträge an andere Unternehmen zu vergeben, weitere 39 Prozent behelfen sich mit Leiharbeitskräften.
Bedarf in allen Bereichen
Gesucht werden Ingenieure in allen Bereichen des Maschinenbaus, insbesondere Spezialisten auf dem Gebiet der Elektrotechnik, Verfahrenstechnik, Kraftwerkstechnik, Fertigungstechnik, Bergbautechnik, Versorgungstechnik, Fluidtechnik, Dichtungstechnik, Automatisierungstechnik, Luft- und Raumfahrttechnik, Strömungstechnik, Werkstofftechnik, Kunststofftechnik und Wirtschaftsingenieure.
Quelle: VDMA, Juli 2006
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